Geschichtliches zu Nicaragua

Auf seiner letzten Fahrt landete Christoph Kolumbus 1502 auch in Nicaragua. Als ihm die Einheimischen von einem großen Süßwasser See erzählten, hielt er in für die Mündung des Ganges. Noch einmal klammerte er sich an die Hoffnung, Indien gefunden zu haben. Vergeblich!

 

Etwa zwanzig Jahre danach kamen die Konquistadoren.
Es waren fünfhundert, und fünfzigtausend Ureinwohner vermochten sich ihrer nicht zu erwehren.
Die wirksamste Waffe der Eroberer waren ihre Bärte.
In den Augen der Indianer waren sie ein Zeichen überirdischer Wesen. Gonzales de Avila, der Anführer der ersten Expedition, befahl seinen Kumpanen, sich Bärte wachsen zu lassen.
Mit großem Erfolg. Allein vom Stamm der Nicoya erbeuteten die Spanier vierzehntausend Barren Gold. Die offiziell festgelegte Gebühr für die Taufe von sechstausend Nicoya.  

Etwa zweihundert Jahre beherrschten die Spanier Nicaragua, unterdrückten die Ureinwohner und raubten ihr Gold.

 

Dann kamen die Briten und eroberten die unwegsamen Gebiete an der karibischen Küste. Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts erklärten sie das östliche Gebiet von Nicaragua zum britischen Protektorat.

Der Kampf zwischen den Briten und Spaniern dauerte hundert Jahre und drohte so weiter zu gehen. Da griffen die Amerikaner ein, die zuerst als Vermittler auftraten und danach auch direkt intervenierten.

 

Der Bürgerkrieg war noch nicht zu Ende, als an der Küste von Nicaragua der Abenteurer und Freischärler William Walker mit etwa sechzig Kumpanen landete. In der bescheidenen Absicht Herrscher von Mittelamerika zu werden.

Walker ernannte sich zum Präsidenten und versuchte auch Costa Rica zu erobern. Dies blieb ohne Erfolg. Walker wurde 1860 in Honduras gefangen genommen und erschossen.

 

Zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges sandten die USA ihre Kriegsmarine nach Nicaragua und besetzten das Land.
Den USA ging es nicht um Gold, sondern um die Verbindungsmöglichkeit zwischen Atlantik und Pazifik. Ihre Position in Managua wurde von einem Volksaufstand nach dem andern erschüttert, bis sie im Jahr 1933 abzogen.
 

Sandino

Herausragender Anführer der Guerilla war Augusto César Sandino, der als Freischärler und mithilfe der Indianer und Mestizen die ihm zahlreich folgten, einen Jahre langen Guerilla-Kampf gegen die Besatzungskräfte führte.

 

Als die amerikanischen Truppen abzogen, ließ Sandino seine Soldaten entwaffnen. Dies erwies sich als grosser Fehler. Die Nationalgarde unter Somoza García brach die Vereinbarung mit Sandino und ging zur Verfolgung der ehemaligen Guerillakämpfer über. Sandino wurde in einen Hinterhalt gelockt und ermordet.

 

Dies war der Beginn der über vierzig Jahre dauernden Herrschaft der Familie Somoza über Nicaragua.  1977 führte die Unzufriedenheit mit den sozialen Gegebenheiten und ungerechten Machtverhältnissen zur sandinistischen Revolution die 1979 siegreich endete.

 

Den Versuch der Sandinisten einen funktionierenden Staat aufzubauen und das Bildungswesen zu verbessern, wurde von der paramilitärischen Kontra-Bewegung gestört und Nicaragua kam nicht zur Ruhe.

 

Bei den ersten freien Wahlen im Jahre 1990 verloren die Sandinisten gegen die „Unión Nacional Opositora“ welche Frieden und Wohlstand versprachen.

 

2006 gewann der frühere Staatschef nach der sandinistischen Revolution, Daniel Ortega, die Wahlen und wurde Präsident von Nicaragua.

Im November 2011 wurde er wiedergewählt und damit im Amt als Präsident von Nicaragua bestätigt.

 

Weitere Infos zur Geschichte von Nicaragua: Wikipedia

 

 

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